Wir – die Wortfinderinnen – haben es uns zur Aufgabe gemacht, die verlorenen Worte der deutschen Völker ans Licht zu holen und unsere Sprache wieder damit zu bereichern.

Und dazu brauchen wir Deine Unterstützung: Stöbere in Bibliotheken, im Keller oder auf dem Dachboden in alten Büchern nach Dir unbekannten Worten – werde auch Du ein Wortfinder!

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Das Wort der Woche

Die Briefe der Wortfinderinnen

„Trutz / Trotz“

der Trotz, Hauptwort: von mhd. tra(t)z, md. trotz: „Widersetzlichkeit, Feindseligkeit, Herausforderung, Eigensinn“, auch „Unerschrockenheit, Mut“, mnd. trot (trot bēden: „Trotz bieten“); auch „Drohung, Widerstand, Stolz, Standhaftigkeit“; heute eher nur noch gebraucht im Sinne von „Ungehorsam, Widerwille, Widerspenstigkeit“;

 

„Ein Wort, welches die Begriffe, der Zuversicht, des Drohens, des muthigen Widerstandes, und der Herausforderung in sich vereiniget, und wenigstens in einigen Fällen ein Intensivum sowohl von Trost in der veralteten Bedeutung der Zuversicht und Kühnheit als auch von drohen ist“, sowie „hoher Grad des Vertrauens auf eigene Vorzüge oder fremde Hülfe, verbunden mit der festen Entschließung, allen Hindernissen muthig entgegen zu gehen“, „feste Zuversicht“;

 

siehe auch trotzen / tratzen, Tätigkeitswort: mhd. tratzen, md. trotzen, frühnhd. trutzen: „reizen, herausfordern zum Kampf, Widerstand leisten, Gehorsam verweigern, mutig, tapfer, hochmütig sein“ sowie „einer Herausforderung standhalten“, „verstockt, bockig sein“ sowie „reizen, ärgern, necken“; „einen hohen Grad der Kühnheit besitzen, und solchen thätig erweisen“;

 

der Trotzkopf, Hauptwort: „trotziger Mensch“ (18. Jh.), „eigensinnige, halsstarrige Haltung“ (17. Jh.).

 

 

„Schaff uns nach haus gesund und heil,
sonst biete ich dir fehd und trutz.“

(Clemens Brentano, 1778 - 1842, dt. Schriftsteller, „Das Märchen von Gockel und Hinkel“,aus „Italienische Märchen“, entstanden 1805 - 1811)

 

 

„Ich will mit edlem Trotz den Weg der Tugend gehen.“
(Christian Felix Weiße, 1726 - 1804, Dichter und Schriftsteller, Begründer der dt. Kinder- und Jugendliteratur)


„Hast du in ihrer Brust ein Feuer angefacht, das die Gefahren trutzt?“

 

„Allen Gewalten
zum Trutz sich erhalten,
nimmer sich beugen,
kräftig sich zeigen
rufet die Arme
der Götter herbei.“
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832, aus dem Gedicht „Beherzigung“)

Herzliche Grüße von den Wortfinderinnen

Du willst mitmachen? Wunderbar!  Stöbere also derweil in Bibliotheken, im Keller oder auf dem Dachboden in alten Büchern nach Dir unbekannten Worten – werde auch Du ein Wortfinder oder eine Wortfinderin!

 

Bitte beachte: Es ist eine bestimmte Art von Worten, nach denen wir suchen. Es sind Worte, die nicht mehr verwendet werden, deren Bedeutung zerstört wurde und die in Vergessenheit gerieten. Worte, die unsere Urgroßmütter noch kannten und die es den Menschen ermöglichten, sich auf der Herzensebene zu verbinden.

 

Du findest sie in Sprüchen, Sagen, Gedichten, Märchen, in Volksliedern oder Erzählungen, die untrennbar mit unserer Heimat verwurzelt sind. Wir freuen uns schon auf Deine gefundenen Worte!

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