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Der Walk-am-Rhein wurde 2021 von William Toel als eine Veranstaltung konzipiert, die symbolisch die Heilung der Vergangenheit für das deutsche Volk markieren sollte; insbesondere das Bewusstsein für die Gefangenen der Rheinwiesenlager, die von den Amerikanern am Ende des Zweiten Weltkriegs errichtet wurden.  

 

Bis zum Walk-am-Rhein waren der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung weder der Begriff Rheinwiesenlager noch die damit verbundenen Umstände bekannt, und das Thema war nur den Rechtsextremen und Verschwörungs-theoretikern vorbehalten.

Hintergrund
In den letzten Kriegsmonaten begannen die westlichen Alliierten, große Gebiete in der Nähe des Rheins als Kriegsgefangenenlager einzurichten.  Es handelte sich um Stacheldrahtverhaue ohne Unterkünfte und Einrichtungen. Bei Kriegsende gab es 32 solcher Lager, die sich von Büderich im Norden bis Heilbronn im Süden erstreckten und in denen insgesamt bis zu 5 Millionen Deutsche untergebracht waren.  Der erzwungene Mangel an Unterkünften, medizinischer Versorgung, Lebensmitteln und sogar sauberem Wasser führte zu bis zu 800.000 Toten.  Aufgrund einer juristischen Formalität wurde den Gefangenen, die zwischen elf und Ende sechzig Jahre alt waren, der Schutz der Genfer Konvention für Kriegsgefangene verweigert.  Einige Gefangene wurden monatelang unter diesen Bedingungen festgehalten, und viele, die überlebten, wurden als Sklavenarbeiter in den Nachbarländern eingesetzt.  Das letzte Rheinwiesenlager wurde 1948 aufgelöst.  Trotz einer Sonderkommission der Regierung im Jahr 1972 wird es in den Geschichtsbüchern kaum erwähnt, und die meisten Deutschen wissen nichts von den Ereignissen, die dort stattfanden.

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Die Veranstaltung
Als symbolische Geste zur Erinnerung an das Unrecht, das dem deutschen Volk seit dem offiziellen Kriegsende angetan wurde, brachten die Menschen ihre Familien mit, um Zeit in stiller Besinnung zu verbringen.  In kleinen Gruppen und auch in großen organisierten Bussen kamen sie zu ihrem Lieblingsplatz am Rhein.  Sie gedachten der deutschen Opfer, die im Rheinwiesenlager und auch bei anderen Feindseligkeiten am Ende des Krieges zu beklagen waren, wie z. B. Flüchtlinge, die aus dem Osten flohen, und Gefangene, die in die Sowjetunion gebracht wurden.  Als symbolische Geste brachten die Walk-am-Rhein-Teilnehmer Essen und Trinken in Körben mit, da dies den Gefangenen durch einen offiziellen Befehl von Dwight Eisenhower verboten war.  Sie brachten auch Kerzen, Blumen und Bilder mit, die entlang des Rheins und an verschiedenen Gedenkstätten im Rheinwiesenlager niedergelegt wurden.  

 

Die Veranstaltung dauerte acht Tage, vom 28.8.2021 bis zum 5.9.2021, und steht für die acht Tage, die viele der Gefangenen leiden mussten, bevor sie ihr erstes Essen und Trinken erhielten.  Als symbolische Erinnerung fastete William während dieser acht Tage und aß und trank nur aus den Körben, die er zu der Veranstaltung mitgebracht hatte.  Im Laufe der acht Tage meldeten sich mehr als 62.000 Menschen als Teilnehmer an, und viele schrieben Briefe und E-Mails, in denen sie ihre bewegenden Erfahrungen mit dem Gedenken schilderten.

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Kurt '45
Die Kurzgeschichte "Kurt '45" wurde von William und Lisa speziell zu Ehren des "Walk-am-Rhein"-Ereignisses geschrieben.  Sie erzählt die Geschichte eines Teenagers, der im Mai 1945 in eines der Rheinwiesenlager gebracht wird.  Der größte Teil der Geschichte wurde am 14. Juli 2021 geschrieben.  An diesem Tag gab es in Westdeutschland Rekordniederschläge, die zu verheerenden Überschwemmungen führten, bei denen im Ahrtal mehr als 100 Menschen starben.  Das Ahrtal liegt in der Nähe eines Teils des ehemaligen Rheinwiesenlagers.  Die Broschüre kann in gedruckter Form bestellt werden, oder man kann sie online anhören.

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Im Jahr 2022 fahren wir 
Rückkehr zum Rhein!

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